Mystische Orte in Mexiko
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La Llorona, die Weinende
Eine Frau in Weiß, die am Wasser entlanggeht und um Kinder weint, die sie selbst ertränkt hat. Die Geschichte ist in ganz Lateinamerika bekannt, in Mexiko-Stadt aber an die Kanäle von Xochimilco gebunden — den letzten Rest jenes Seensystems, auf dem Tenochtitlán stand. Die frühesten schriftlichen Fassungen stammen aus der Kolonialzeit und flechten zwei Schichten ineinander: eine spanische Erzählung von einer verlassenen Frau und vorspanische Berichte über eine weinende Frauenstimme, die man hörte, bevor die Eroberer kamen.
Teotihuacán
Eine Stadt, die um 500 n. Chr. die größte der westlichen Hemisphäre war und schon Jahrhunderte in Ruinen lag, als die Azteken kamen. Sie wussten nicht, wer sie erbaut hatte, und nannten sie den Ort, an dem Menschen zu Göttern werden. Unter dem Tempel der Gefiederten Schlange fanden Archäologen 2003 einen fast zweitausend Jahre versiegelten Tunnel: Tausende Objekte darin, Kammern mit Decken, die mit Pyrit bestäubt einen Nachthimmel nachahmen, und Lachen aus flüssigem Quecksilber.
Insel der Puppen
Ein Eiland in den Kanälen von Xochimilco bei Mexiko-Stadt, seit einem halben Jahrhundert mit aufgesammelten Puppen behängt. Sein Hüter sagte, er hänge sie auf, um den Geist eines ertrunkenen Mädchens zu besänftigen; nach seinem Tod 2001 wurde der Ort zum Touristenziel.
Zone del Silencio bei Mapimí
Ein Stück Wüste im Norden Mexikos, in dem nach Erzählungen der Anwohner Radios verstummen und Kompasse spinnen. Der Ruf geht auf eine US-Rakete zurück, die 1970 hier abstürzte; Messungen haben keine Funkanomalie bestätigt.